Aufgesattelte Treppe berechnen – Sattelwange mit Aufriss

Treppenloch

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Anleitung & Normen

Bei der aufgesattelten Treppe liegen die Stufen oben auf der Wange, die aus einer Bohle sägezahnförmig ausgeklinkt wird – der Sattelwange. Anders als bei der eingestemmten Wangentreppe sieht man die Stufe von der Seite in voller Stärke, und sie kann seitlich über die Wange hinausragen. In Österreich spricht man von der aufgesattelten Stiege.

Der Rechner verwendet dieselbe Stufenteilung wie die gerade Holztreppe und zeichnet beide Sattelwangen als Aufriss zum Anreißen und Zuschneiden. Wenn du keine ausgeklinkte Wange brauchst, ist der Rechner für die gerade Holztreppe die einfachere Wahl.

Wann diese Treppe passt

Die aufgesattelte Holztreppe passt, wenn die Treppe offen wirken und die Stufung zeigen soll: Die Sattelwange wird gezahnt ausgeschnitten, jede Stufe liegt oben auf. Sie ist die typische Treppe für Veranda, Terrasse oder Keller und die einfachste Holztreppe zum Anreißen.

Gegenüber der Treppe mit Brettwangen nimmt der Ausschnitt Holz weg: Aus demselben Brett ist eine Sattelwange schwächer und braucht meist mehr Höhe. Die Stufenaufteilung ändert sich nicht: Gleiche Höhe, Länge und Stufenzahl ergeben dieselbe Steigung, denselben Auftritt und denselben Neigungswinkel (31,8°).

Parameter des Rechners

Jedes Maß trägt den Buchstaben, mit dem es im Editor und in den Plänen erscheint.

YTreppenhöhe
Startwert 2.600 mm · von 500 bis 8.000 mm
Höhe von Fertigfußboden unten bis Fertigfußboden oben.
XLauflänge
Startwert 4.200 mm · von 500 bis 12.000 mm
Verfügbare Länge im Grundriss (bei Wendungen: die des oberen Laufs).
WLaufbreite
Startwert 1.000 mm · von 500 bis 2.500 mm
Nutzbare Breite des Laufs.
ZStufenstärke
Startwert 50 mm · von 3 bis 120 mm
Dicke der Trittstufe (Platte oder Blech).
FUnterschneidung
Startwert 50 mm · von 0 bis 100 mm
Wie weit die obere Stufe über die untere vorsteht.
CAnzahl Stufen
Startwert 15 · von 2 bis 40
Stufen des Laufs, einschließlich Austrittsstufe.
TStärke der Sattelwange
Startwert 50 mm · von 20 bis 120 mm
Dicke der Wangenbohle.

So wird gerechnet

Y = 2.600 mm auf 15 Steigungen ergibt 173,3 mm, X = 4.200 mm auf 15 Stufen einen Auftritt von 280 mm und mit Unterschneidung 330 mm Stufentiefe. Schrittmaß: 627 mm. Neigung: 31,8°. Bewertung: „Bequeme Treppe“.

Die Ausklinkung der Sattelwange bildet Steigung und Auftritt jeder Stufe exakt ab. Das Blatt der Wange in der DXF ist deshalb eine Schablone im Maßstab 1:1 – ausdrucken oder direkt an die CNC geben.

Die Bohle ist 50 mm stark. Entscheidend ist, was nach dem Ausklinken unter den Zähnen stehen bleibt: Dieser Restquerschnitt, die sogenannte Wangenbreite unter der Ausklinkung, trägt die Treppe und muss für Holzart und Spannweite ausreichen.

Ergebnis mit den Startwerten

Komfortbewertung: Bequeme Treppe.

Erfüllt DIN 18065

Schrittmaß 2s + a627 mm600 – 660 mm
Stufentiefe330 mm≥ 280 mm
Neigung31,8°30° – 40°
Steigung173 mm140 – 200 mm
Auftritt280 mm230 – 370 mm
2s + a627 mm590 – 650 mm
Nutzbare Laufbreite1.000 mm≥ 800 mm
Geländerhöhe900 mm≥ 900 mm

Stufen

Steigungen15 Stk.
Steigungshöhe173 mm
Auftritt280 mm
Stufentiefe (Auftritt + Unterschneidung)330 mm
Lichter Stufenabstand123 mm
Neigung31,8°
Schräger Abstand der Stufenkanten329 mm

Holz

Trittfläche gesamt4,950 m²

Normen und Vorschriften

Für Steigung und Auftritt gelten die Werte jeder geraden Treppe (siehe oben). Weil die Ausklinkung den Querschnitt schwächt, braucht eine Sattelwange bei gleicher Spannweite mehr Höhe als eine eingestemmte Wange; den Nachweis mit der tatsächlichen Holzart führt der Tragwerksplaner.

Der Rechner prüft die Bequemlichkeit (Schrittmaß, Auftritt, Steigungswinkel) und die Norm des Landes, das Sie im Panel wählen (hier DIN 18065 für Wohnhäuser): nur die Grenzwerte, die diese Norm für Steigung, Auftritt, 2s + a, Laufbreite, Neigung, Steigungen je Lauf und Geländer festlegt. Das ist eine Orientierung: maßgeblich sind die geltende Fassung und die Landesbauordnung.

Normen nach Land, mit Quellen

Bauteile mit den Startwerten

Die DXF-Datei (AutoCAD 2007, in Millimetern) enthält diese Bauteile mit ihren Positionsnummern: ein bemaßtes Blatt je Teil, den Übersichtsplan und die Stückliste mit Gewichten.

Was die DXF-Datei enthält
  • Z1SattelwangeBohle 50 × 2
  • E1Trittstufed=50 × 15
  • T1Setzstufed=20 × 15
  • B1HandlaufRundholz Ø50 × 1
  • B2GeländerstabLeiste 35×35 × 15

Häufige Fragen

Aufgesattelte oder eingestemmte Treppe?

Aufgesattelt wirkt die Treppe leichter, die Stufen liegen frei auf und können seitlich überstehen. Eingestemmt ist sie geschlossener und meist steifer, weil die Wange nicht ausgeklinkt wird. Die Stufenteilung ist bei gleichen Maßen dieselbe.

Wie reißt man eine Sattelwange an?

Klassisch mit dem Zimmermannswinkel: Steigung auf dem einen Schenkel, Auftritt auf dem anderen, Zahn für Zahn. Mit der DXF entfällt das – das Blatt der Wange enthält das komplette Profil in Millimetern.

Wie stark muss die Wange sein?

Das hängt von Spannweite und Last ab; der Startwert ist 50 mm. Durch die Ausklinkung geht Querschnitt verloren, deshalb braucht eine Sattelwange mehr Höhe als eine gleichwertige eingestemmte Wange.

Wie werden die Stufen auf der Sattelwange befestigt?

Meist von unten verschraubt, über Stahlwinkel oder verdeckte Dübel, sodass die Stufe arbeiten kann, ohne sich zu lösen. Verbindungsmittel zeichnet der Rechner nicht; die Auflageflächen jeder Stufe sind aber im Wangenblatt bemaßt.

Geht eine aufgesattelte Treppe auch mit Setzstufen?

Ja. Mit dem Schalter „Setzstufen“ werden die Öffnungen geschlossen; die Setzstufen erscheinen als eigene Bauteile in der Stückliste.